Die Übernahme von Quality 360 verstärkt die eigene Produktlinie für das KI-gestützte Qualitätsmanagement und bietet produzierenden Unternehmen proaktive, datenbasierte Einblicke.

Die jüngst von ServiceNow übernommene Qualitätssicherungslösung Quality 360 nutzt KI zur Ursachenanalyse, zur automatischen Fehlererkennung, und um strukturierte Lösungsansätze vorzuschlagen.  (Bild: Shutterstock)
Die jüngst von ServiceNow übernommene Qualitätssicherungslösung Quality 360 nutzt KI zur Ursachenanalyse, zur automatischen Fehlererkennung, und um strukturierte Lösungsansätze vorzuschlagen.  (Bild: Shutterstock)

Ein äußerst wichtiger Teil des ServiceNow-Ökosystems ist der ServiceNow Store, in dem Dritthersteller ihre selbstentwickelten Branchenlösungen für die Now Platform anbieten können. Darunter sind gelegentlich auch Lösungen, die ServiceNow am liebsten in Eigenregie weiterentwickeln würde – weil diese Weiterentwicklung jenseits der Möglichkeiten des ursprünglichen Anbieters liegt und weil sie künftig eine strategische Rolle im eigenen Portfolio spielen könnten. Solche Lösungen werden dann häufig von ServiceNow akquiriert. 

Das jüngste Beispiel ist Quality 360 des schwedischen Software- und Beratungshauses Advania. Ende letzten Monats hat ServiceNow die Übernahme von Quality 360 bekanntgegeben, um das eigene Portfolio für die Fertigungsindustrie auszubauen. Zunächst soll die Lösung das Qualitätsmanagement der ServiceNow Manufacturing Commercial Operations (MCO) aufwerten, denn sie liefert umfassende Einblicke entlang der gesamten Produktionskette. Mit ihrem zentralisierten Quality Workspace, standardisierten Playbooks und Echtzeit-Kommunikationstools steht eine ganzheitliche End-to-End-Lösung bereit.

Die von Advania auf der ServiceNow-Plattform entwickelte Lösung ermöglicht es Herstellern, Qualitätsprobleme in allen Phasen der Produktion und Servicebereitstellung frühzeitig zu erkennen und zu beheben – von der Ursachenanalyse über die Eindämmung und Fehlerkorrektur bis hin zur endgültigen Lösung. Den Wert eines solchen Tools liegt in der Tatsache begründet, dass Qualitätsprobleme in der Fertigungsindustrie nach wie vor eine große Herausforderung darstellen und laut der American Society for Quality Kosten in Höhe von 15-20 % des Umsatzes verursachen können.

Co-Innovation hat bei ServiceNow Tradition 

Die Integration von Quality 360 in das eigene Portfolio unterstreicht die Bereitschaft von ServiceNow, auch Geschäftsabläufe von Fertigungsunternehmen zu optimieren und ihnen zu helfen, neue Einnahmequellen zu erschließen. Zusammen mit dem restlichen Lösungsportfolio  für die produzierende Industrie soll Quality 360 dazu beitragen, die weit verzweigten Partner-Ökosysteme von Fertigungsunternehmen – bestehend aus OEMs, Zulieferern, Wiederverkäufern, Händlern, etc. – durch Echtzeit-Transparenz effizienter zu steuern.  

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„Hersteller stehen heute unter wachsendem Druck, hohe Qualitätsstandards einzuhalten und gleichzeitig komplexe, globale Lieferketten zu steuern“, sagt Rohit Batra, Vice President und General Manager für die Sparten Manufacturing, Telecom, Media & Tech Industries bei ServiceNow. „Durch die Integration von Advanias Quality 360 in die Now Platform ermöglichen wir produzierenden Unternehmen, ihre betriebliche Effizienz zu steigern und das Vertrauen der Kunden zu stärken.“ 

Die Zusammenarbeit mit Anbietern von Speziallösungen auf Basis der Now Platform hat bei ServiceNow Tradition, ebenso die Co-Innovation mit Unternehmen der Fertigungsindustrie. Dazu gehört beispielsweise auch die Zusammenarbeit mit Siemens im Bereich industrielle Cybersicherheit und KI-gestützte Automatisierung sowie die Übernahme der 4Industry-Lösung von Plat4Mation zur Förderung der digitalen Transformation industrieller Ökosysteme. Durch den Ausbau seines Netzwerks aus Partnern und Kunden will ServiceNow die Wertschöpfung über die Now Platform beschleunigen. 

Aufwertung von Speziallösungen durch KI

Mit der Übernahme von Produkten wie Quality 360 oder 4Industry beschleunigt ServiceNow auch den Einzug von KI in die Fertigungshalle. Quality 360 beispielsweise nutzt bereits KI zur Ursachenanalyse, der automatischen Fehlererkennung, und um strukturierte Lösungsansätze vorzuschlagen – und das ist erst der Anfang. Man darf gespannt sein, welche Rolle autonome KI-Agenten wie die AI Agents von ServiceNow künftig in der Fertigungsindustrie übernehmen werden. 

„Obwohl KI-Agenten in der Industrie noch nicht flächendeckend im Einsatz sind, gibt es bereits erste Anwendungen, die das Potenzial dieser Technologie zeigen“, sagt Jürgen Schön, Senior Director Manufacturing Industry EMEA bei ServiceNow. Laut Schön testen Unternehmen derzeit den Einsatz von KI-Agenten in Bereichen wie Wartung, Fertigungssteuerung und Qualitätsmanagement, wo sie beispielsweise auf Produktionsdaten in Echtzeit zugreifen und Abweichungen bzw. Regelverstöße frühzeitig erkennen. Dadurch lassen sich Fehler in der Produktion schneller identifizieren.

„Die Technologie wird sich weiterentwickeln und sich zunehmend besser in bestehende Systeme integrieren“, sagt Jürgen Schön. Bis 2030 sei davon auszugehen, dass KI-Agenten fester Bestandteil vieler industrieller Prozesse sein werden. Quer über alle Branchen prognostiziert IDC zum Beispiel, dass bereits bis Ende dieses Jahres etwa 50 Prozent der Unternehmen KI-Agenten für geschäftskritische Prozesse einsetzen werden. Gleichzeitig soll die Standardisierung und Regulierung von KI-Technologien deren Einsatz sicherer und nachvollziehbarer gestalten.

Wie Fertigungsunternehmen profitieren

Begünstigt wird die schnelle Verbreitung von KI-Technologie allgemein und insbesondere von KI-Agenten durch die intensive Entwicklungsarbeit von Unternehmen wie ServiceNow. Letztere haben verstanden, dass die Erweiterung von Lösungen wie Quality 360 durch KI-Funktionalität deren Nutzenpotenzial um ein Vielfaches steigern kann – daher auch die Motivation, eine solche Lösung in das eigene Portfolio zu integrieren. Andererseits ist KI-Entwicklung mit einigem Aufwand sowie mit Ressourcen und Know-how verknüpft, über welche die Anbieter von Speziallösungen nicht unbedingt verfügen.

Von dieser Entwicklung profitieren werden mit Sicherheit die produzierenden Unternehmen. Wenn sie KI-Agenten frühzeitig in ihre Wertschöpfungsprozesse einbinden, schaffen sie die Grundlage für eine agile und zukunftsfähige Produktion. Denn durch intelligent vernetzte Systeme lassen sich Abläufe effizienter gestalten, Ressourcen gezielter einsetzen und schneller auf neue Marktanforderungen reagieren.

Mehr über die Lösungen von ServiceNow für die Fertigungsindustrie erfahren Sie hier

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