Echtzeitzugriff und Integration der Daten direkt in Abläufe und KI-gestützte Anwendungen – die Workflow Data Fabric setzt auf technische Innovationen von ServiceNow auf, die zum Teil aus Deutschland stammen.

Workflow Data Fabric: ServiceNow stellt neue Datenplattform vor
Die Workflow Data Fabric ist eine integrierte Datenschicht, die Geschäfts- und Technologiedaten im gesamten Unternehmen vereinheitlicht und alle Workflows und KI-Agenten mit sicherem Echtzeit-Zugriff auf Daten aus jeder Quelle versorgt. (Foto: Shutterstock)

Die KI-Revolution mag zwar begonnen haben, doch die Voraussetzungen, KI-gestützte Anwendungen richtig hochzufahren, sind für die meisten Unternehmen noch nicht ganz erfüllt. Das häufigste Problem ist die Datenverfügbarkeit in ihren verschiedenen Ausprägungen: die Integration von Daten aus verschiedenen Anwendungen und deren Homogenisierung für die Verarbeitung durch die KI, sowie die Schaffung einer Infrastruktur, die eine permanente Datenverfügbarkeit gewährleistet. 

Diese Aufgabe ist in der Regel komplexer und aufwändiger, als es von außen den Anschein haben mag, vor allem für größere Unternehmen. Deren Daten befinden sich meist in Hunderten von verschiedenen Repositories und Anwendungen. Um diese unternehmensweit verfügbar zu machen und deren Potenzial geschäftlich zu nutzen, sollen laut Gartner bis 2027 etwa 30 Prozent der Unternehmen Datenökosysteme nutzen, die eine flexibel orchestrierbare Anwendungsarchitektur unterstützen.

Eine solches Datenplattform hat nun ServiceNow vorgestellt. Die Workflow Data Fabric ist eine erweiterte integrierte Datenschicht, die Geschäfts- und Technologiedaten im gesamten Unternehmen vereinheitlicht und für einen sicheren Echtzeit-Zugriff auf Daten aus jeder internen oder externen Quelle sorgt, unabhängig davon, ob es sich dabei um strukturierte, unstrukturierte, halbstrukturierte oder Streaming-Daten handelt. Der Zugriff erfolgt über sogenannte Zero-Copy-Konnektoren, die die Daten nicht in die Now Platform kopieren, sondern sie stattdessen direkt in die Workflows einspeisen oder den autonomen KI-Agenten zur direkten Verarbeitung in Geschäftsprozessen bereitstellen. 

Zusammenspiel mit der Automation Engine

„KI ist nur so leistungsfähig wie die Plattform, in der sie integriert ist, sowie die Daten, auf die sie Zugriff hat“, sagt Jon Sigler, Senior Vice President of Platform and AI bei ServiceNow. „Mit Workflow Data Fabric machen wir es für Unternehmen einfacher, Geschäftsdaten aus beliebigen Quellen zu verbinden, zu verstehen und zu nutzen, um die Effizienz zu maximieren und größere, branchenspezifische Probleme zu lösen. ServiceNow ist die KI-Plattform für die Unternehmenstransformation und bietet die gewinnbringende Kombination aus KI, Daten und Workflow-Orchestrierung bzw. -Automatisierung.“

Die Workflow Data Fabric setzt auf Erweiterungen der Funktionalität der Automation Engine und der neu eingeführten Datenbank RaptorDB Pro auf. Sie kann auf Daten aus beliebigen Systemen zugreifen und diese aktualisieren, so dass die Now Platform nicht nur aus diesen Datenbeständen lesen, sondern die Daten auch direkt in Workflows einbauen kann. Ein Retailer zum Beispiel kann darüber auf Daten aus verschiedenen Systemen zuzugreifen – einschließlich der eigenen Kundendatenplattform, dem ERP- und dem Auftragsverwaltungssystem, aus POS-Systemen, Excel-Tabellen, Marketingaktionen und anderen Quellen. Die homogene Datenschicht bietet eine integrierte Sicht auf das gesamte Business und ermöglicht die schnelle Reaktion auf Kundenanfragen, Bestellungen, Rücksendungen, etc.

Die Automation Engine übernimmt die Orchestrierung automatisierter Abläufe und stellt vorgefertigte Integrationen und Automatisierungstools, Echtzeit-Datenstreaming, RPA und Process-Mining-Funktionen zur Verfügung, um die über die Workflow Data Fabric bereitgestellten Daten in die Abläufe zu integrieren. Für die nötige Performance und Skalierbarkeit sorgt die Hochleistungsdatenbank RaptorDB Pro. Die Auswertung erster Use Cases zeigt eine Verbesserung der Gesamttransaktionszeiten um bis zu 53 Prozent, einen dreimal höheren Transaktionsdurchsatz sowie einen 27-mal schnelleren Abruf von Berichten, Analysen und Listenansichten.

Partnerschaften mit Datenplattformen

Für den Echtzeitzugriff auf geschäftskritische Daten aus verschiedenen Quellen, einschließlich solcher mit unstrukturierten Daten, sorgt die Technologie des kürzlich akquirierten Düsseldorfer Software-Unternehmens Raytion. Dies geschieht mitunter über Konnektoren zu Plattformen wie Atlassian Confluence, Box, Google Drive sowie Microsoft SharePoint und OneDrive. In Kombination mit den mehr als 500 Konnektoren des Unternehmens für strukturierte Daten lassen sich praktisch alle Formen von Unternehmensdaten in die Now Platform integrieren.

Die Zero-Copy-Integrationsfunktionen der Workflow Data Fabric ermöglichen es Unternehmen, sich sicher mit ihren Datenquellen zu verbinden, ohne Daten zu verschieben oder zu duplizieren. Die Markteinführung von Zero Copy geht mit Partnerschaften zu etablierten Datenplattformen wie Databricks und Snowflake einher und erweitert die Integrationsmöglichkeiten der Now Platform.

Außerdem beinhaltet die Workflow Data Fabric eine erweiterte Workflow-Automatisierung, um die Echtzeit-Datenverarbeitung zu beschleunigen und Verzögerungen im Zusammenhang mit der Verwaltung von Altdaten zu reduzieren. In einem ersten Piloteinsatz beim US-Mobilfunkbetreiber Dish konnte die Workflow Data Fabric Telekommunikationsdaten über mehrere Systeme hinweg integrieren, einschließlich Einzelhandel, Netzwerk und Kundenbetreuung, um den Agenten einen vollständigen Überblick über die Kundenaktivität zu verschaffen und den Support für eine schnelle Erkennung und Behebung von Netzwerkausfällen und anderen Vorfällen zu optimieren. Durch die Konsolidierung angereicherter Daten aus Warnmeldungen werden Benachrichtigungen rationalisiert und Vorfälle den richtigen Außendienstmitarbeitern mit den entsprechenden Tools zur schnellen Behebung des Problems zugewiesen.

Markteinführung über erfahrene Partner

„Als großer US-amerikanischer Mobilfunkanbieter, der täglich mehr als zwei Petabyte an Daten generiert, ist die Möglichkeit, diese Daten in Echtzeit zu verarbeiten und zu nutzen, für unseren Netzwerkbetrieb von entscheidender Bedeutung“, so Stephen Bingemer, Senior Solutions Architect bei Dish. „Stream Connect ermöglicht es uns, einen Großteil dieser Daten in Echtzeit zu erfassen und geschäftskritische Telekommunikations-Workflows zu automatisieren, was zu einer 97-prozentigen Verbesserung unserer mittleren Reparaturzeit im Vergleich zu unseren alten Prozessen führte. Diese Verbesserung ist von entscheidender Bedeutung, wenn man bedenkt, dass Telekommunikationsausfälle rund 6.000 Dollar pro Minute kosten können.“

Teil der Workflow Data Fabric ist außerdem der kürzlich vorgestellte Knowledge Graph, der die Aufgabe hat, Unternehmensdaten in großem Umfang zu verbinden und zu harmonisieren. Knowledge Graph zieht aus Rohdaten kontextbezogene Erkenntnisse und verbindet die Menschen, Prozesse, Abläufe und Systeme eines Unternehmens, sodass KI-Agenten im gesamten Unternehmen effektiver und autonomer arbeiten können. Dies hilft ihnen, über den einfachen Datenzugriff hinaus den wahren Wert ihrer Informationen zu erschließen und personalisierte, KI-gesteuerte Erlebnisse in großem Umfang bereitzustellen.

Workflow Data Fabric ist momentan für ausgewählte Unternehmen verfügbar. Bei der Markteinführung soll allerdings der international tätige Systemintegrator Cognizant eine gewichtige Role spielen. Eine strategische Partnerschaft zwischen ServiceNow und Cognizant sieht vor, die ersten Implementationen der Workflow Data Fabric bei gemeinsamen Kunden vorzunehmen. „Wir sind stolz darauf, der erste Partner zu sein, der Workflow Data Fabric auf den Markt bringt und unseren gemeinsamen Kunden die nötigen Möglichkeiten bietet, um Echtzeitdaten im gesamten Unternehmen zu verstehen und zu nutzen“, kommentierte Jason Wojahn, Global Head of Cognizant’s ServiceNow Business Group.

Mehr über die Workflow Data Fabric erfahren Sie hier

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