Was genau unterscheidet KI-Vorreiter von anderen Unternehmen? Auf Basis der Ergebnisse seiner Studie über den KI-Reifeindex hat ServiceNow drei Schlüsselbereiche identifiziert.

Knapp drei Jahre nach Beginn der GenAI-Revolution wird deutlich, wie generative KI am besten einzusetzen ist und wie Unternehmen vom Einsatz dieser Technologie profitieren können. Um den Status Quo in Sachen KI-Implementation festzuhalten, hat ServiceNow im Frühjahr zum zweiten Mal eine Studie über den KI-Reifeindex von Unternehmen veröffentlicht (PDF). Eines der Ziele der Studie war, nachzuvollziehen, was KI-Vorreiter im Vergleich zu anderen Unternehmen anders bzw. besser machen.
Die Autoren der Studie haben den KI-Reifegrad in fünf Disziplinen klassifiziert und gemessen: Strategie und Führung, Workflow-Integration, Kompetenzen und Personal, KI-Governance und Wertschöpfung aus KI-Investitionen. Die Studie ergab, dass 16 % der befragten Unternehmen aus Europa und dem Nahen Osten als Vorreiter einzustufen sind. Im Vergleich mit dem weltweiten Durchschnitt von 18 % entspricht dies einer etwas kleineren Elite-Kohorte mit einem höheren durchschnittlichen KI-Reifegrad.
Die Studie zeigt außerdem, dass Vorreiter durch KI höhere Wachstumsraten der Bruttogewinne, bessere Experiences und eine höhere Effizienz verzeichnen und dass sie auch bessere Geschäftsergebnisse als andere erzielen. Um den größtmöglichen Nutzen aus KI zu ziehen, können sich Führungskräfte an Unternehmen mit den höchsten KI-Reifegraden orientieren. Hier sind drei Bereiche, die Sie im Blick haben sollten.
1. Fachkräfte und Fortbildung
Die Rekrutierung von Mitarbeitern mit den richtigen Kompetenzen sowie die Weiterqualifizierung eigener Talente sind entscheidend für die Steigerung des KI-Reifegrads. Vorreiter sind hier einen Schritt voraus: Weltweit haben acht von zehn von ihnen Schulungsprogramme im Unternehmen eingeführt, um Mitarbeiter im effektiven Einsatz von KI zu schulen, verglichen mit 54 % der Nicht-Vorreiter.
Die richtigen Kompetenzen können die Art und Weise, mit der Unternehmen KI nutzen, transformieren. Insgesamt ist die Hälfte der Vorreiter der Meinung, dass sie über die richtigen Talente verfügen, um ihre KI-Strategie umzusetzen, verglichen mit 29 % der anderen. Sieben von zehn (71 %) der Vorreiter geben an, dass sie Teams unabhängig entscheiden lassen, wie KI ihre Arbeit verbessern kann, verglichen mit 55 % der Nicht-Vorreiter.
Neueinstellungen und Weiterqualifizierung können in die KI-Strategie des Unternehmens integriert werden. Die Studie ergab, dass 45 % der Vorreiter planen, im nächsten Jahr Change-Agenten einzustellen. Dabei handelt es sich um zukunftsorientierte Mitarbeiter, die Veränderungen in Kultur, Vision und Zielen vorantreiben. In den anderen Unternehmen sind es nur 36 %.
2. KI-Governance
Unternehmen können ihre Innovationsfähigkeit steigern, indem sie Ihren Mitarbeitern die Freiheit geben, neue Wege für die Arbeit mit KI zu beschreiten. Zur Risikominderung sind jedoch Schutzmechanismen erforderlich. Nach dem Inkrafttreten von Vorschriften wie dem EU-Gesetz zur künstlichen Intelligenz (AI Act) ist es unerlässlich, KI und die von ihr verwendeten Daten genau zu kontrollieren, um die Compliance-Anforderungen zu erfüllen.
Einige Unternehmen sind auch in diesem Punkt einen Schritt voraus. Weltweit haben 63 % der Vorreiter erhebliche Fortschritte bei der Einführung von Data Governance und Sicherheitsrichtlinien für KI erzielt, verglichen mit weniger als der Hälfte (42 %) der Nicht-Vorreiter.
Klare KI-Governance-Richtlinien können dazu beitragen, Daten zu schützen und Unternehmen in die Lage zu versetzen, Risiken besser abzuschätzen und darauf zu reagieren. Effektive Governance erfordert eine transparente Kommunikation darüber, wie KI genutzt wird, eine Bewertung der Risiken von KI-Systemen und eine kontinuierliche Schulung aller Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Rolle bei der ethischen KI-Implementierung.
Da 43 % der befragten Unternehmen die Einführung agentenbasierter KI im nächsten Jahr in Betracht ziehen, ist es jetzt an der Zeit, robustere Kontrollen zu implementieren. KI-Agenten beispielsweise können mit einem hohen Maß an Autonomie arbeiten, benötigen jedoch effektive Governance-Strategien, um Risiken zu mindern, wenn sie im gesamten Unternehmen bereitgestellt werden.
3. ROI agentenbasierter KI
Vorreiter nutzen die Chance, agentenbasierte KI in den Produktivbetrieb zu integrieren. Mehr als ein Drittel (36 %) von ihnen nutzt agentenbasierte KI, verglichen mit 19 % der Nicht-Vorreiter. Die Implementierung zeigt bereits jetzt einen Return-on-Investmen (ROI). Laut Studie kann der Einsatz agentenbasierter KI die Produktivität und Effizienz steigern – doch er ist kein Selbstläufer. Während mehr als die Hälfte (55 %) der Vorreiter berichtete, dass sie die Bruttogewinne mit agentenbasierter KI verbessert haben, konnten nur 22 % der Nicht-Vorreiter die gleichen Gewinne verzeichnen.
Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, einen ROI zu erzielen, sollten sich auf Folgendes konzentrieren:
- Verwendung einer zentralen Plattform für die Verwaltung ihrer Daten und KI-Strategie
- Vernetzung der Daten, Mitarbeiter und Prozesse
- Unterstützung bei der Identifizierung schneller Erfolge
Zu guter Letzt: KI-Plattformen bringen Unternehmen schneller zum Ziel. Laut Studie verfolgen zwei von drei Vorreiter bei der Implementierung von KI einen Plattformansatz, der eine einheitliche Codebasis mit integrierten KI-Funktionen nutzt, verglichen mit 46 % der Nicht-Vorreiter.
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