Am Beginn jeder KI-Reise stehen unzählige Fragen. Wie die Antworten auf die wichtigsten Fragen lauten, fasst Al Opher, Senior VP & General Manager for Customer Outcomes bei ServiceNow, zusammen.

Es ist noch einige Zeit hin, bis KI ihre Wirkung entfaltet. Unternehmen, die sie nutzen, werden neue Geschäftsmodelle und bessere Prozesse entwickeln können. (Bild: Shutterstock)
Es ist noch einige Zeit hin, bis KI ihre Wirkung entfaltet. Unternehmen, die sie nutzen, werden neue Geschäftsmodelle und bessere Prozesse entwickeln können. (Bild: Shutterstock)

Hat der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz eine neue Wirtschaftsära eingeläutet? Für viele Unternehmenslenker ist diese Frage bereits beantwortet. Sie erkennen die transformativen Auswirkungen der KI nicht nur auf Unternehmen, die Software oder Mikrochips herstellen, sondern auf die gesamte Wertschöpfungskette.

Doch selbst wenn diese Frage geklärt ist, bleiben viele andere unbeantwortet. Als Senior Vice President and General Manager for Customer Outcomes bei ServiceNow spreche ich jeden Tag mit Führungskräften über ihre großen Unbekannten, wenn es um KI geht. Hier sind die drängendsten Fragen, die ich derzeit höre.

1. Wie gehen wir mit unseren Daten um?

Daten sind heute eine unschätzbare Ressource für Unternehmen. Die großen Sprachmodelle (LLM), von denen die generative KI (GenAI) abhängt, müssen mit Daten trainiert werden – in der Regel mit sehr vielen Daten. Aber es kommt nicht nur auf deren Quantität an. Auch die Qualität ist entscheidend. Denn auch KI ist von der Regel „Garbage in, garbage out“ nicht ausgenommen.

DataOps, DevOps und Cloud-Datenplattformen können hier helfen. Ähnlich wie DevOps Entwickler und Betrieb zusammenbringt, maximiert DataOps den Wert der Daten durch die Automatisierung der Datenverwaltung. In Kombination mit DataOps bringen Cloud-Datenplattformen qualitativ hochwertige, optimierte und konsistent formatierte Daten an einem Ort zusammen, um die Barrieren zwischen Datenerzeugern und Datenkonsumenten zu überwinden. Daten können so von einem Rohstoff zu einer wertschöpfenden Währung werden. Datenplattformen helfen auch, Fragen der Datensicherheit, des Datenschutzes und der Compliance zu klären. All dies ebnet den Weg für GenAI.

2. Haben wir die richtigen Fähigkeiten?

Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, die richtige Mischung an Fachkräften zu finden, um mit KI die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Vor etwas mehr als zehn Jahren kürte die Harvard Business Review den Beruf des Datenwissenschaftlers zum „den attraktivsten Job des 21. Jahrhunderts“. Heute wird um die Einstellung von Dateningenieuren gerungen, die robuste Datensysteme und -architekturen aufbauen.

Rollen und Fähigkeiten werden sich ändern, wenn sich Unternehmen an die neuen Möglichkeiten von KI-Agenten und -Funktionen herantasten. Um dabei erfolgreich zu sein, müssen sie über die richtigen Fähigkeiten verfügen, also die richtige Kombination aus Neueinstellungen, neuen Partnern und Schulungen für neue Mitarbeiter.

3. Haben wir die richtige Führung?

In der Geschäftswelt kann der Eintritt in eine neue Ära oder einem neuen Paradigma, wie dies jetzt mit KI der Fall ist, einen Führungswechsel erfordern.

Mit strategisch denkenden, gut vorbereiteten, anpassungsfähigen, einfühlsamen, kooperativen und innovativen Führungskräften hat KI das Potenzial, Unternehmen zu verändern. Ohne diese Art von Führung kann KI jedoch als eine weitere teure Insellösung verkümmern, die veraltete Praktiken weiter verfestigt und das Unternehmen anfälliger für Störungen macht.

4. Wie messen wir den ROI?

Stakeholder, einschließlich Vorstand und Investoren, wollen wissen, was ein Unternehmen mit KI macht und ob der Erfolg messbar ist. In unserer ersten Umfrage zum Enterprise AI Maturity Index haben wir herausgefunden, dass Unternehmen, die bei der KI-Implementierung schon weiter fortgeschritten sind, bereits einen erheblichen Geschäftswert schaffen. Die meisten Vorreiter haben Metriken definiert, um den ROI zu messen. Dazu gehören Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, Umsatzwachstum, Kostensenkungen und verbesserte Kunden- und Mitarbeitererfahrungen. Einige verfolgen auch immaterielle Vorteile wie eine verbesserte Wettbewerbsposition und die Fähigkeit, schneller zu innovieren.

Zusätzlich zu diesen Geschäftskennzahlen sollten Unternehmen die Qualität und Genauigkeit des KI-Outputs im Vergleich zu früheren Methoden messen.

5. Ist KI eine existenzielle Bedrohung?

Wir neigen dazu, über KI als Chance zu sprechen, aber das sieht noch nicht jedes Unternehmen genauso. Viele Unternehmenslenker fragen sich, ob KI möglicherweise ihr gesamtes Ökosystem oder Marktsegment auf den Kopf stellt. Unternehmen, die sich dem Fortschritt in den Weg stellen, könnten von Konkurrenten, die mit KI besser umgehen, aus dem Geschäft gedrängt werden. Unternehmen, die in KI investieren, sich an die Umwälzungen anpassen und sich selbst neu definieren, sichern derweil nicht nur ihr Überleben, sondern sie gedeihen.

Tatsache ist, dass die KI-Evolution gerade erst begonnen hat. Es ist noch viel Zeit, bis KI ihre Wirkung entfaltet. Unternehmen, die sie nutzen, werden neue Geschäftsmodelle und bessere Prozesse entwickeln, die ihnen einen Vorsprung vor ihren Wettbewerbern verschaffen.

6. Was bringt die Zukunft?

In Zukunft wird der wahre Wert der KI zum Vorschein kommen, indem sie völlig neue Geschäftsmodelle ermöglicht und die Positionierung der Unternehmen innerhalb ihres Marktsegments neu definiert.

Denken Sie daran, dass die Zukunft nicht von den Daten abhängt, die heute verfügbar sind, sondern von neuen Daten, die durch GenAI geschaffen werden. Spezifische LLMs werden sich mit einem kleineren Datenvolumen begnügen und trotzdem die richtigen Schlüsse ziehen. Dadurch werden LLMs für den Einsatz am Edge möglich, was die Geschwindigkeit und Verfügbarkeit der Systeme dramatisch verbessert. An diesem Punkt ist GenAI nicht mehr nur ein Assistent oder ein Agent, sondern ein erweitertes Teammitglied.

Ich betrachte KI nicht als Bedrohung, sondern als Chance. KI wird den menschlichen Geist nicht ersetzen, sondern ihn ergänzen und zu Fähigkeiten führen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können.

;Mehr über die Metriken, über die Sie den Return-on-Investment (ROI) Ihre KI-Investitionen ermitteln können, erfahren Sie hier

Teilen
Teilen